Schneller Fit, weniger Muskelkater und bessere Leistung? – Recovery Boots im Test

Auf diversen Sportveranstaltungen sind auf den dazugehörigen Messen die neuen Recovery Boots mittlerweile ein fester Bestandteil. Auch in den Sozial Medien zeigen sich Sportler bei der „aktiven“ Regeneration mit den Massagestrümpfen.

 

Aus verschiedenen Veranstaltungen habe ich in einem ersten „Kurz-Test“ (ca. jeweils 20 min, also eine knappe Anwendung) verschiedene Hersteller ausprobiert. Final hat mich aber das Produkt von Reboots sowohl von der Optik, dem Preis aber auch vom Handling mehr überzeugt, weshalb ich mich entschlossen habe diese Boots genauer für Euch zu testen.

 

Was sind also Recovery Boots, was gibt es zu beachten und wie schätze ich den Effekt im Training und in der Regenration ein? Diese Fragen versuche ich in diesem Bericht für Euch zu beantworten.

Was sind Reboots?

Recovery Boots sind Strümpfe, die durch eine mechanische Massage zu einer sportlichen Leistungssteigerung und zu einer schnelleren Muskelregeneration nach dem Training beitragen sollen. Sie bestehen aus verschiedenen Luftkammer, die befüllt werden, um so eine gleitende mechanische Massage der Beine zu ermöglichen. Hierdurch wird eine Druckwelle erzeugt, die sich von den Füßen hin zum Oberkörper bewegt.

 

Das Gerät ist sozusagen ein mechanischer Physiotherapeut, mit dem man die Vorteile einer Sportmassage zu jeder Zeit, von überall aus und ohne Termin nutzen kann.

 

Je nach Gerät gibt es eine unterschiedliche Auswahl an Programmen, die sich durch die Höhe des ausgeübten Drucks oder die Art der Kammerbefüllung (sequentiell und wellenförmig) unterscheiden.

Was soll mit den Reboots erreicht werden?

Recovery Boots, sollen dabei helfen, schnell wieder fit zu werden und damit die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern. Durch die Massage (nach dem Sport) werden die Muskeln gelockert und Abfallprodukte des Stoffwechsels, die sich z.B. bei einem harten Training ansammeln, abtransportiert. Dadurch soll die Regenerationszeit verkürzt oder das Entzündungsrisiko vermindert werden.

 

Auch die Wissenschaft hat sich damit genauer befasst. Die dazu passenden Studien, habe ich euch per Link in den Anhang dieses Berichts gelegt.

 

Dabei wird die Wirkung der mechanischen Massagen bestätigt. So haben sich Studien zum Beispiel mit den Auswirkungen auf den Gehalt der Blutmilchsäure (BLa) beschäftigt. Dieser Wert lässt relevante Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Muskeln zu, da die Milchsäure als ein Abfallprodukt des Stoffwechsels Ermüdungserscheinungen in den Muskeln hervorruft.

 

Die Studien im Journal of Athletic Enhancement und im Journal of Strength and Conditioning Research konnten eine deutliche Reduzierung des BLa-Spiegels nachweisen. Zusätzlich konnte in weiteren Studien eine Steigerung der Beweglichkeit sowie eine Reduzierung von Muskelverspannungen bestätigt werden.

 

Durch die gleitende Massage an deinen Beinen werden ungewollte Symptome nach sportlicher Belastung wie Muskelverspannungen und –schwellungen verhindert. Zudem sollen die Leistungseinbußen von Probanden im Anschluss an intensiver sportlicher Betätigung signifikant gedämpft werden.

 

Studien haben auch gezeigt, dass aktive Regeneration der passiven Regeneration überlegen ist. Recovery Boots unterstützen dann die Muskeln bei der Regeneration und können dadurch eine effektivere passive Regeneration ermöglichen. Damit sollen sich Ruhephasen effektiver gestalten lassen. 

Anwendung

Bei der Anwendung, so auch meine Erfahrung, kann man nicht viel falsch machen. Man kann sie bei Bedarf jeden Tag verwenden. Die optimale Anwendungsdauer liegt bei 30 bis 50 Minuten. Auch längere Anwendungen sind möglich. Es wird aber empfohlen, eine Gesamtdauer von 1,5 Stunden nicht zu überschreiten. Die Devise “viel hilft viel” ist für die Recovery Anwendung nicht zutreffend. Man sollte also darauf achten, was dem Körper gut tut.

 

Du kannst Reboots für also für die folgende Anwendungsbereiche verwenden:

  • Direkt nach dem Training: Nach einem anstrengenden Training helfen die Reboots die entstandene Milchsäure schneller abzubauen und dich zu regenerieren. Wenn möglich, sollte die Recovery Anwendung in den ersten 30 bis 60 Minuten nach dem Training gestartet werden. Eine spätere Anwendung ist natürlich auch möglich.
  • Zur Entspannung

Was ist zu beachten?

Die Beine sollten während der Anwendung möglichst waagerecht und leicht erhöht zum Herzen liegen. Eine Anwendung mit herunterhängenden oder angewinkelten Beinen sollte man vermeiden. Das Abknicken der Bine ist aber auch durch die gefüllten Luftkammern aus meiner Erfahrung eh nicht möglich! Wichtig ist zudem, die Luftschläuche nicht abzuklemmen.

 

Wenn man mit den Boots startet, so ist meine Erfahrung, sollte man sich mit dem Druck behutsam rantasten. Viel hilft nicht immer viel. Ich habe mich mit einem geringen Druck an die für mich passende Einstellung herangetastet. Man kann den Druck individuell von 30 bis 240 mmHg in 30er-Schritten einstellen. Bei Bedarf können einzelne Kammern ausgespart werden, zum Beispiel für schmerzempfindlichen Stellen.

 

Ich habe das z.B. an meinen Füßen gemacht. Meine Füße haben den Druck dabei als nicht so angenehm empfunden, weshalb ich die Kammern ausgeschaltet habe. Das geht auch in der laufenden Anwendung! Man muss also die aktuelle Anwendung „nicht aushalten“, sondern kann immer wieder die Einstellung ändern, was ich sehr gut finde.

 

Je nach Gerätetyp stehen unterschiedliche Programme zur Verfügung. Diese unterschieden sich in der Art, wie sich die Luftkammern aufpumpen. Dazu habe ich euch mal ein Schaubild für die verschiedenen Programme beigefügt. 

Die Programme

Programm A ist das Basis-Programm. Es ist in den meisten Fällen anwendbar. Es übt einen sehr punktuellen Druck aus und ist daher gut zur Lockerung der Muskeln geeignet.

 

Programm B ist wesentlich intensiver, da ein Rückfluss durch den anhaltenden Druck der Luftkammern ausgeschlossen wird. Daher ist Programm B vor allem zum Laktatabtransport gedacht. Als Einsteiger sollte man dieses Programm langsam rantasten und zunächst Programm A eine Weile verwendet haben. Dieses Programm ist auch gut zum Einstieg geeignet. Wichtig ist hierbei, einen anfangs niedrigen Druck (90 bis maximal 120 mmHg) zu verwenden. So garantiert man einen optimalen Abfluss. Anschließend den Druck erhöhen.

 

Programm C entspricht schematisch Programm A. Der Unterschied liegt darin, dass jeweils zwei Kammern mit Druckluft befüllt werden. Dadurch wird theoretisch die Anwendungszeit halbiert bzw. die Anzahl der kompletten Durchläufe in einer bestimmten Zeit verdoppelt. Es ist somit vor allem für kurze Anwendungen zwischendurch geeignet und ermöglicht auch eine Anwendung, wenn es zeitlich mal eng wird.

 

Programm D maximiert die Anzahl der Kompressionsdurchläufe in einer bestimmten Zeit.

 

Programm E verhindert durch die Befüllung der Kammern den BLa-Rückfluss, indem immer mindestens eine Kammer den Druck hält.

 

Programm F verhindert ebenfalls den BLa-Rückfluss. Im Gegensatz zu Programm E ist es jedoch besonders für intensivere Anwendungen geeignet.

Reboots Größen

Bei den Boots gibt es verschiedene Größen. In meinem ersten Test habe ich leider eine zu große Größe bestellt. Dies wurde aber umgehend behoben und ich habe eine kleinere Größe im direkten Austausch bekommen! Der Service und die Abwicklung waren super schnell und kulant! Ich nutze die Größe M! Hier mal für Euch die Größen im Überblick:

 

M: Bis zu einer Beininnenlänge von 81 cm sind die Recovery Boots in M ausreichend. Falls dein Beinumfang relativ gering ist, musst du dies ggf. durch einen höheren Druck ausgleichen, um die optimale Recovery Anwendung zu erhalten.

 

L:  Bei einer Beininnenlänge zwischen 82 cm und 88 cm sind die Reboots in L in der Regel am besten geeignet.

 

XL: Ab einer Beininnenlänge von 89 cm empfehlen wird die Reboots XL.

 

Generell sollten die Recovery Boots möglichst weit hochgezogen werden. Nur die Zehenspitzen (nicht die Zehen!) sollten am Ende noch rausgucken. So stellt man sicher, dass die gesamten Beine von der Recovery-Anwendung profitieren.  

Zubehör

Zusätzlich können noch Reboots für die Arme als Zusatz bestellt werden (119,00€ bis 229,00€)

Testgerät & Preis

Reboots One Recovery Boots war in diesem Fall mein Testgerät und kostet online: 799,00€ inkl. MwSt.

Mein Persönliches Fazit

In den Testzeitraum sind bei mir 2 Ironman 70.3 Wettkämpfe gefallen, weshalb ich daran den Regenerationseffekt optimal testen konnte. Dazu habe ich die Boots auch einfach mal im Alltag oder nach einem lockeren Training eingesetzt. Für mich kann ich folgendes festhalten:

 

Nach dem Wettkampf hatte ich direkt schon nach der Anwendung  das Gefühl viel lockerer zu sein und ich konnte mich direkt wieder flüssiger und leichter bewegen.

 

Für mich fühlte sich der Muskelkater weniger schlimm an und  hielt auch nicht mehr so lange an.

 

Insgesamt fühlte ich mich nach der Anwendung fitter und nicht mehr so müde.

 

Zudem finde ich es toll, dass ich das Gerät überall hin mitnehmen kann. Meine Wettkämpfe in z.B. in Hausgesund konnte ich mit dem Auto machen und das ganze Gerät einfach in einer Tasche mitnehmen. Es ist nicht sperrig und geht einfach auf- und abzubauen. Ich könnte mir sogar vorstellen, es mit in dem Flieger zum nächsten Trainingslager mitzunehmen.

 

Das Gerät ist nicht sehr laut. Passt also optimal zum TV Abend oder zum Lesen auf dem Sofa.

Ich finde es eine tolle Sache und hilft mir tatsächlich im Training und meiner Regeneration. 

Mehr Infos auch auf der Homepage

Studien & nachweise