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VITAMIN D

VITAMIN D


Viele Menschen haben mittlerweile bemerkt, wie wichtig Vitamin D für die Gesundheit ist. Dennoch gibt es immer noch einen großen Anteil der Bevölkerung, der sich nicht mit diesem Thema beschäftigt hat. Vitamin D klingt wie ein harmloses Vitamin, ist aber ein wichtiger Nährstoff. Zudem ist es eine Hormonvorstufe und nimmt so eine Sonderstellung im Organismus ein. Viele Mediziner und auch Therapeuten sind sich der Tatsache bewusst, dennoch fehlt es oft an den Details für eine gute Versorgung. Neugierig geworden? Dann ist dieser Blog genau das Richtige für dich. Wir klären:

 

IST DIE VITAMIN D AUFNAHME ÜBER DIE HAUT AUSREICHEND?

Besonders in den Wintermonaten ist ein großer Teil der Bevölkerung unterversorgt, was das Vitamin D angeht. Viele Menschen schaffen es nicht einmal in den Sommermonaten ihren täglichen Bedarf an Vitamin-D, ohne eine Nahrungsergänzung sicherzustellen. Vitamin D wird über die Haut gebildet, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Zum einen muss der UV-B-Strahlenindex mindestens 3 betragen und dies ist in Deutschland nur in den Monaten von April bis September der Fall. Zum anderen funktioniert es auch nur, wenn die Sonne am höchsten steht, nämlich zwischen 10:30 Uhr und 16:30 Uhr in unseren Breitengraden. An gewöhnlichen Tagen, bei Regen, bei Smog etc. ist der UV-B-Index zu niedrig, um eine Vitamin-D-Bildung in der Haut zu gewährleisten.

 

Ein großes Problem ist auch, das Kleidung und Glas undurchlässig für die UV-B-Strahlen sind und jede Form und jede Form von Sonnenschutzmitteln die Bildung in der Haut beeinträchtigt (zum Teil in massiver weise). Die Halbwertzeit von freien Vitamin D3 beträgt nur 24 Stunden, so dass man täglich mittags Sonnenbaden müsste, um die zelluläre Versorgung sicherzustellen.

 

Im normalen Alltag ist das oft schwierig umzusetzen und wenn jemand eine sehr sonnenempfindliche Haut hat, dann muss er sich natürlich mit LSF schützen. Allerdings sollte jeder Mensch, der Sonnenschutzmittel benutzt, bewusst sein, dass er dann ohne Ergänzung kaum eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D sicherstellen kann. Spätestens im Oktober ist es nicht mehr möglich, über die Sonne eine ausreichende Versorgung ohne Ergänzung durchzuführen.

VERSORGUNG ÜBER DIE NAHRUNG

Über die Nahrung nimmt man die Vorstufen Vitamin D2 (pflanzliche Nahrungsmittel) und Vitamin D3 (tierische Nahrungsmittel) auf, allerdings ist der Anteil so gering, dass nur 10% bis maximal 20% des täglichen Bedarfs gedeckt werden kann. Lebensmittel wie Avocado, Pilze, Milch, Eier fetter Fische oder Leber decken daher nur einen Teil des Bedarfs. Veganer sind hier leider auch benachteiligt und auch häufiger von einem Mangel betroffen. Lebensmittel, die nicht unter Sonnenlichteinfluss, sondern unter Kunstlicht angebaut werden (z.B. im Gewächshaus, der Fischzucht in Tanks), enthalten noch weniger Vitamin D.

IM WINTER SIND ETWA 80% DER DEUTSCHEN VOM MANGEL BETROFFEN

Dies kann einen negativen Einfluss auf das Immunsystem haben, so dass die Häufigkeit von Infekten zunehmen kann. Ebenso führt ein Vitamin-D-Mangel zu einer insgesamt verschlechterten Stimmungslage. Stichwort: Winterdepression. Im Herbst und im Winter reicht die Sonnenintensität in den Ländern nördlich von Italien nicht aus, um eine Vitamin-D-Synthese der Haut zu gewährleisten 2.

Auch die im Sommer gebildeten Vitamin-D3-Blutspiegel sinken nach drei Wochen ab, wenn das Vitamin D nicht mehr gebildet werden kann oder anderweitig zugeführt wird. Am Ende des Winters kann dadurch sogar ein ausgeprägter Mangel (<20ng/ml) entstehen.

 

Depressive Verstimmungen können vielfältige Ursachen haben. Natürlich spielen schwierige Lebensumstände, Stress, Burnout und genetische Veranlagungen eine Rolle, aber eben auch Nährstoffmängel. Insbesondere ein Mangel an B-Vitaminen (B6 und B12) und Vitamin D sind mit einer Depression assoziiert 3. Weltweit leiden nach Einschätzungen der WHO etwa 350 Millionen Menschen an einer Depression. In Deutschland variieren die Zahlen zwischen 3 und 6 Millionen Menschen 4,5. Tatsache ist, dass depressive Menschen sehr häufig niedrige Vitamin-D-Spiegel aufweisen 6

VITAMIN D UND DESPRESSION

Niedrige Vitamin-D-Spiegel bei jungen Erwachsenen verdoppeln das Risiko, an einer Depression zu erkranken 7. Je ausgeprägter ein Vitamin-D-Mangel ist, umso stärker sind die Symptome der Depression. Sobald der Vitamin-D-Spiegel angehoben wird, bessern sich daher auch die Symptome der schwerwiegenden Erkrankungen.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2013 kam zu dem Ergebnis, dass die Schwere einer Depression und der Vitamin-D-Spiegel eine deutlich umgekehrte Abhängigkeit aufweisen 8. Unabhängig von diesen statistischen Zusammenhängen ist auffällig, dass Depressionen verstärkt im Winter auftreten und die „Winterdepression“ (siehe oben) ein fester Begriff im Sprachgebrauch ist. Eine Studie hat bestätigt, dass eine Lichttherapie keine Besserung der Beschwerden bewirken konnte, während die Einmalgabe von hoch dosiertem Vitamin D eine Besserung von 74% bewirkte 9.

 

Zahlreiche Studien belegen den positiven Effekt auf die Stimmung, besonders im Winter. Die Dosierungen variieren jedoch und abhängig von individuellen Faktoren. Das Risiko, an Depressionen zu erkranken, nimmt ab einem Blutspiegel von 30ng/ml deutlich ab, dafür ist unter normalen Bedingungen eine Vitamin-D3-Dosis von 2000 bis 3000 IE pro Tag ausreichend. Es schadet aber nicht, im Sommer eine Dosis von etwa 1500 IE Vitamin D3 zur Erhaltung täglich einzunehmen. Eine regelmäßige Zufuhr- auch in den Sommermonaten- verhindert das Absinken der Vitamin-D-Spiegel in den Wintermonaten, so dass es gar nicht erst zu Stimmungsschwankungen aufgrund eines Vitamin-D-Mangels kommen kann.

 

 

Menschen, die sich bisher überhaupt nicht um ihre Vitamin-D-Versorgung gekümmert haben, können den 25-OH-D3-Spiegel bestimmen lassen. Wichtig ist es zu wissen, dass dieser zwar einen guten Marker für die Versorgung darstellt, jedoch trotz hoher Werte an Tagen, an denen nicht gesonnt wird oder eine Nahrungsergänzung zugeführt wird, die Versorgung mit Vitamin D zu niedrig ist. Besonders das Immunsystem benötigt in der kalten Jahreszeit jeden Tag eine gewisse Menge an Vitamin D3, um den Organismus vor dem Angriff von Bakterien, Viren, Pilzen und Toxinen zu schützen. Eine wöchentliche Gabe bringt in diesem Fall zwar hohe Blutwerte, aber die Vitamin-D-Versorgung ist nicht ausreichend, um das Immunsystem zu unterstützen.

VITAMIN D HAT VIELFÄLTIGE WIRKUNGEN AUF UNSERE PSYCHE

Besonders wichtig ist es für die Regulierung des Neurotransmitters Serotonin, der für eine positive Stimmung sorgt 10. Vitamin d steigert die Umwandlung von der Aminosäure Tryptophan zu 5-Hydroxy-tryptophan (5-HTP), der Vorstufe von Serotonin. Ein Mangel an Vitamin D führt zusätzlich zu strukturellen Veränderungen im Gehirn, beeinflusst die Verwertung von Dopamin und die Synthese von Neuroadrenalin. Alle diese Neurotransmitter beeinflussen die Stimmung und die psychische Verfassung des Menschen. Das Hormon schützt ebenfalls die Nerven durch Steuerung des intrazellulären Antioxidans Glutathion.

Es ist bekannt, das Vitamin D das Risiko für Depressionen halbieren kann und Menschen mit einem Suizidversuch sehr oft niedrige Vitamin-D-Spiegel aufweisen. Ziel ist es einen Vitamin-D-Wert von mindestens 40 ng/ml dauerhaft zu erreichen und die tägliche Versorgung sicherstellen, dann kommt man gut durch die dunkle Jahreszeit.

Wichtig ist es auch zu wissen, dass Medikamente gegen Depressionen sehr oft zu einem Vitamin-D-Mangel führen, sodass Menschen, die auf Antidepressiva angewiesen sind, in einen Teufelskreis gelangen können. Zum einen verringern diese Art der Medikamente Vitamin D direkt, zum anderen kann es durch QT-Zeit verlängernde Antidepressiva zu Magnesiummangel kommen, der die Umwandlung in die aktive Vitamin-D-Form verhindert und den Transport ebenfalls beeinträchtigt.

 

Daher ist es wichtig, die Medikamente nicht abzusetzen, sondern unbedingt auf eine gute Versorgung mit Vitamin D3 zu achten. Vitamin D2-Präparate sind weniger effektiv und somit eine Therapie mit Vitamin D3 unbedingt vorzuziehen.

Quellen:

1)       Kipshoven, Christoph: Querschnittstudie zur Abschätzung des Vitamin-D-Status in der Bevölkerung in Deutschland (DEVID-Studie), 2010

2)       Holick, Michael F., et al. Photobiology of vitamin D, 1997

3)       Michael Berk, Kerrie M. Sanders: Vitamin D deficiency may play a role in depression, 2007

4)       Wittchen, H.-U., et al. Erscheinungsformen, Häufigkeit und Versorgung von Depressionen, 2000

5)       Busch, M.A. et al.: Prävalenz von depressiver Symptomatik und diagnostizierter Depression bei Erwachsenen in Deutschland, 2013

6)       Hoogendijk, Witte JG, Depression is associated with decreased 25-hydroxyvitamin D and increase parathyroid hormone level in older adults, 2008

7)       Ganji, Vijay, et al.: Serum vitamin D concentrattions are related to depression in young adult US population, 2010

8)       Anaglin, Rebecca ES, Vitamin D deficiency and depression in adults, 2013

9)       Gloth 3rd, F.M., Vitamin D vs broad spectrum phototherapy in the treatment of seasonal affective disorder, 1998

 

10)    Patrick, Rhonda P.: Vitamin D hormone regulates Serotonin synthesis (part 1), 2014

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