WAS IST EINE BIA MESSUNG? HINTERGRÜNDE UND VORTEILE AUF EINEN BLICK

DIE BIA-MESSUNG

Deinen Körperaufbau analysieren: wie die Bioelektrische Impedanzanalyse dir dabei helfen kann 


Die Bioelektrische Impedanzanalyse, auch BIA genannt, ist eine einfache, schmerzlose und schnelle Methode, um die individuelle Struktur des Körpers zu erkennen und diese zu interpretieren. Dadurch ist es möglich den Ernährungs- und Trainingszustand sichtbar zu machen, indem die Fettmasse, die Magermasse und das Gesamtkörperwasser berechnet werden. Somit ist es ein gutes Tool für Breiten- und Leistungssportler, bei Mangel- oder Überernährung, aber auch bei Krankheiten wie Krebs.

 

Das Prinzip der BIA beruht auf der Tatsache, das unterschiedliche Gewebearten unterschiedliche elektrische Widerstände haben. Bei der Messung werden jeweils zwei Elektroden an die Hand und den Fuß geklebt. Durch die Elektroden fließt nun ein schwacher Strom durch den Körper. Der Strom wird durch die im Körper enthaltenen Elektrolyte weitergeleitet und so der Widerstand gemessen. Dabei sind die Muskelzellen gute Leiter für den Strom, denn diese bestehen zu 75% aus Wasser, hingegen die Fettzellen nur aus 25% Wasser bestehen. 

DIE MESSWERTE


Durch die gegebene Leitfähigkeit können folgende Werte abgeleitet werden: 

 

Die aktive Körperzellmasse

Zu der Körperzellmasse gehören alle stoffwechselaktiven Zellen. Diese wirken als Kraftwerk des Körpers, denn es kann nur in den Zellen Energie verbraucht werden. Am meisten aktiv sind die Zellen der Muskulatur und der Organe. Besteht nun eine Mangelernährung oder eine konsumierende Erkrankung wie Krebs, dann ist es möglich, dass der Körper seine eigenen Zellen abbaut. Um das zu vermeiden, sollte die Körperzellmasse durch eine bedarfsgerechte, eiweißreiche Ernährung und Sport angepasst werden.

 

Die fettfreie Masse und der Zellanteil

Die Magermasse ist die fettfreie Masse. Diese besteht aus den Muskeln mit den Proteinen, den Knochen mit den Mineralien und Elektrolyten und dem Körperwasser. Die Körperzellmasse zählt auch zu der fettfreien Masse und aus dieser wird der Zellanteil berechnet. Ist der Zellanteil zu niedrig gibt es einen Hinweis auf eine vorliegende Mangelernährung, denn bei einem gesunden Menschen gilt: je mehr Zellen vorhanden sind, desto intakter und gesünder ist die Zellmembran.

 

Das Gesamtkörperfett

Das Fettdepot ist über lebenswichtig für uns Menschen. Es ist der Energiespeicher des Körpers, denn ein Kilogramm Fettgewebe enthält 7000 kcal. Das Körperfett speichert aber auch Vitamine, polstert und schützt die Organe und Gelenke. Zu viel aber auch zu wenig Körperfett können zu Stoffwechsel- und Herzkreislauferkrankungen führen.

 

Das Gesamtkörperwasser

Das Gesamtkörperwasser teilt sich in extra- und intrazelluläres Wasser. Die Intrazellularflüssigkeit besteht aus den Zellen und Geweben und befindet sich in der Zelle. Die Extrazellularflüssigkeit besteht aus Blut und der Lymphe und befindet sich dementsprechend zwischen den Zellen. Umso geringer das Gesamtkörperwasser ist, desto langsamer und schlechter läuft der Stoffwechsel ab, deswegen sollte der Körper immer mit genügend Flüssigkeit versorgt werden.

 

Das Verhältnis von dem extrazellulären Wasser zum Gesamtkörperwasser

Der prozentuale Anteil des extrazellulären Wassers vom Gesamtkörperwasser gibt Auskunft über das Hydrationsverhältnis. Extrazelluläre Wassereinlagerungen entstehen zum Beispiel durch Ödeme oder Niereninsuffizienz. Verringert sich hingegen das extrazelluläre Wasser kommt es zu einer Dehydratation. Ursachen dafür können zum Beispiel eine geringe Flüssigkeitsaufnahme oder ein extremes Training sein. Das Verhältnis zeigt an, wie gut der Körper und die Zellen mit Wasser und Nährstoffen versorgt sind.

 

Der Grundumsatz

Der Grundumsatz ist die Kalorienmenge, die im Ruhezustand pro Tag verbrannt wird. Egal welche Ziele angestrebt werden, der Grundbedarf sollte immer gedeckt sein.

 

Der BMI

Der BMI beurteilt nur das Gesamtgewicht in Bezug auf die Körpergröße, aber unterscheidet nicht zwischen Fett- und Muskelgewebe. 

Wo können diese Werte ihre Anwendung finden?


Diese Methode gibt einen guten Einblick in den Körper und kann auch ein motivierender Begleiter beim Abnehmen sein. Bei der Analyse kann geschaut werden woraus sich der Gewichtsverlust zusammensetzt und somit kann durch bestimmte Empfehlungen gezielt der Muskelanteil erhöht und der Fettanteil gesenkt werden. Zudem sollte bedacht werden, dass eine BIA auch für Menschen mit einem BMI im Normbereich geeignet ist, denn eine schlanke Person kann auch einen erhöhten Fettanteil und dementsprechend eine verringerte Muskelmasse haben.

 

Aber auch bei Erkrankungen wie Krebs, kann die BIA eine hilfreiche Stützte sein. Als Folge der Krebserkrankung kommt es oft zu einem starken Gewichtverlust, wobei die Fettdepots aber auch die Muskulatur abgebaut werden. So kann durch die BIA eine nährstoffeiche und angepasste Ernährung eine Fehlernährung vorbeugen und die Lebensqualität von Krebspatienten gesteigert werden.

 

 

Die BIA hat wie fast jede Methode auch ein paar Schwachstellen. Das hängt unteranderem damit zusammen, dass der Wasserhaushalt unseres Körpers schwankt. Zudem haben die Ethnie, der menstruelle Zyklus und Erkrankungen einen Einfluss auf die Ergebnisse. Wenn diese Kriterien bei der Messung beachtet werden, dann liefert die Bioelektrischen Impedanzanalyse valide und präzise Ergebnisse.

TIPPS UND HINWEISE


Ideal ist es 4 Stunden vorher keine schweren Mahlzeiten zu essen und sich nicht sportlich zu betätigen. Ansonsten solltest du auf Alkohol und einen Saunabesuch 24 Stunden vorher verzichten, um den Körper vor erhöhtem Wasserverlust zu schützen und die Veränderung der Plasmaelektrolyte zu vermeiden. Falls du einen Herzschrittmacher hast, darf keine Messung durchgeführt werden.

 

 

Durch die BIA können also Erkenntnisse über den Aufbau deines Körpers gewonnen werden. Ob deine Werte im Normbereich sind, zeigt dann die Auswertung vor Ort. In unserer Praxis führen wir die Bioelektrische Impedanzanalyse durch und beraten dich gerne, wie du deine gesunde Körperzusammensetzung erreichen und behalten kannst.

Verfasst durch: Anne Tews (Studentin der Ökotrophologie - Praktikantin im 360° Health Lab)

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